Bilder-Welten

Durch langes, intensives Beobachten der Natur, eröffnen sich mir magische Räume, imaginäre Welten und Zwischenreiche, in denen sich Geschautes, Gedachtes und Geträumtes materialisiert und sichtbar wird. Dabei interessiert mich nicht die 1:1 Abbildung, sondern das, was sich mir offenbart.

Was ich gefunden habe ist Dualität, Yin & Yang in Wesenseinheiten und Seinsformen und die Gewissheit, dass nichts verloren geht. Alles bleibt erhalten, in anderer Form und Gestalt und doch zeigt sich mir manchmal ein Gesicht, das, einer Fotographie, einem Porträt gleich, präzise konserviert ist.

All das offenbart sich nur für einen kurzen, unwiederbringlichen Augenblick und in einer Konstellation wie Standpunkt, Lichteinfall und Blickwinkel. Wobei auch dies wandelbar ist, denn der Blick auf das fertige Bild kann sich anders fokussieren und neue Einblicke eröffnen. Das hängt wieder von Zeit, Raum und Befindlichkeit ab.

Um solch verborgene Wirklichkeiten zu erspüren, ist das Zurückziehen in möglichst archaische, nicht „domestizierte“ Natur und Stille notwendig und das ist eine Motivation mich auf Reisen zu begeben. Da solche Nischen nicht in unmittelbarer Umgebung zu finden und verkehrsmäßig nicht leicht zu erreichen sind, ist bereits der Weg dorthin lange, abenteuerlich und mühsam. Und dieser Weg, die Entfernung vom gesellschaftlichen Alltag dient dem Leeren innerer Befindlichkeiten, um Abstand zu gewinnen und der inneren Bereitschaft Neues aufnehmen zu können.

Und das, was sich mir in den festgehaltenen Imagos offenbart, ist eine unendliche Quelle an Inspiration für meinen Tanz, in dem die Geschichte dazu entsteht und lebendig wird. Und so setzt sich der Kreislauf fort.

Wie beim Butoh Tanz interessieren mich nicht so sehr die wohlgestalteten Erscheinungen, sondern die Verformungen in der Natur, bzw. die Seele, der Spirit im und hinter dem schönen Schein. Daraus resultierende „beseelte“ Naturbilder haben durchaus auch ihre Entsprechung in der bildenden Kunst, bzw. vice versa.