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Bedeutung / Ursprung / Hintergrund  

Butoh 舞踏: Die beiden Kanjis für Bu toh bedeuten tanzen und auf den Boden stampfen, stampfender Tanz oder Erdtanz, was jedoch nur symbolisch zu verstehen ist. Butoh leitet sich von Buyo, allgemein für Tanz ab, und ist im traditionellen Sinn ein ritueller Tanz.
Ankoku Butoh 暗黒舞踏: ist der Tanz der Dunkelheit, wie Hijikata seinen Tanz nannte und bis dato unter dieser Bezeichnung in Japan verstanden wird Ankoku Butoh (An = Darkness, Koku = schwarz), in Anlehnung an den Film Noir. Ankoku Eiga, (Black Film). Wobei Dunkelheit für das Unbekannte, Verborgene, Unbewusste entweder im Menschen selbst oder in seiner Umgebung zu verstehen ist.

Butoh ist eine moderne Tanzform, die in Japan nach dem 2. Weltkrieg in den späten 50er Jahren entstanden ist, und sich gegen traditionelle Formen sowie den Einfluss der westlichen Massenkultur richtete. Japans Avantgarde bezog ihre Inspiratonen aus der bäuerlichen Mythologie, dem frühen Kabuki Theater der Edo Zeit, dem Theater der Grausamkeit von Antonin Artaud, dem Surrealismus und dem Deutschen Ausdruckstanz. Künstler wie der Schriftsteller Yukio Mishima, Shuji Terayama und der Tänzer und Choreograph Tatsumi Hijikata brachten in ihren Werken die offiziell ignorierte, dunkle Seite der japanischen Gesellschaft zur Sprache.

Der Butoh Tanz wird 1959 mit der Aufführung von Kinjiki 禁色 (Forbidden Colours), dem gleichnamigen, homoerotischen Roman von Yukio Mishima, angesetzt. In dem Stück traten Tatsumi Hijikata und der 20jährige Yoshito Ohno, Kazuo Ohnos Sohn, auf. Dabei kam ein Huhn zu Tode und es kam zu einem Eklat in der konservativen Tanzszene in Tokio. In der Folge gab es viele, spektakuläre Underground performances, die sich wachsender Popularität erfreuten.